www.business-mamas.at

 
 



         
 

 

Bild zu Dieses Jahr das 2. Insitut für Bildungsbegleitung eröffnet !

Meinen beruflichen Werdegang verdanke ich einerseits einem bürokratischen Fehler und zum anderen meiner natürlichen Aversion gegen Turnlehrerinnen. Nach der Schule war klar, dass es etwas mit Kindern sein sollte, also bewarb ich mich bei der PädAk in Strebersdorf um Volksschul-Lehrerin zu werden. Die Aufnahmsprüfung an sich wäre ja kein Problem gewesen, wäre da nicht eine Turnlehrerin gewesen, die allen negativen Bildern, die es über diesen Beruf geben kann, zur Gänze entsprach. Sie wollte mich partout dazu bringen, auf ein Seil hinaufzuklettern, was aber einerseits wegen meiner absoluten Unsportlichkeit und andererseits wegen meiner Höhenangst nicht ratsam gewesen wäre. Ich schaffte die Aufnahmsprüfung dennoch, schickte aber bald nach der Verständigung eine dankende aber bestimmte Absage –noch 3 Jahre von einer Turnlehrerin gequält zu werden stand definitiv nicht in meinem Lebensplan.

Also doch Studium: Und da verhalf mir die Bürokratie dann zu dem Studium, das ich eigentlich gar nicht wollte und das dennoch meine Berufung werden sollte. Ich inskribierte eigentlich Psychologie und vermerkte auf dem Inskriptionsblatt die Fächerkombination Sonder- und Heilpädagogik, weshalb ich plötzlich Pädagogik statt Psychologie inskribiert war und dann eben Pädagogik studierte.

Neben dem Studium absolvierte ich zahlreiche Zusatzausbildungen und begann bald, als mobile Legasthenietrainerin in Wien tätig zu werden. Nachdem ich „damals“ (vor rund 10 Jahren) noch die einzige Legasthenietrainerin war, die zu den Familien nach Hause fuhr, hatte ich bald 25 Kinder pro Woche zu betreuen und war jeden Nachmittag und Samstag ganztägig unterwegs. Es sprach sich offensichtlicht auch herum, dass ich meine Arbeit gar nicht so schlecht machte, weshalb ich immer mehr Anfragen bekam und mich schließlich entschloss, den Schritt in die Selbständigkeit zu wagen und meine ersten beiden freien Mitarbeiterinnen aufnahm.

Nach einiger Zeit folgte auch das erste Büro, damals noch eine Einmietung in einem Tanzstudio, und nach mehrmaligem Übersiedeln sind wir schließlich auf der Mariahilferstraße gelandet, wo mittlerweile 15 freie Mitarbeiterinnen, die alle hochmotiviert, kompetent und empathisch sind, und ich insgesamt mehr als 90 Kinder pro Woche betreuen.

Gleichzeitig wurde aber auch sehr bald klar, dass nur das Legasthenietraining alleine nicht das ist, was alle Kinder, die zu uns kommen, prinzipiell brauchen. Deshalb erweiterten wir unser Angebot um Nachhilfe, Lerncoaching, Persönlichkeitsentwicklung, Ergotherapie und psychologisch-pädagogische Erziehungsberatung. Damit werden wir immer mehr der ursprünglichen Idee der Bildungsbegleitung, die meinem „Institut für Bildungsbegleitung“ den Namen gibt, gerecht: Eine Institution auf die Beine zu stellen, die Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen die notwendigen Angebote liefert, dass sie Bildung optimal annehmen und erfahren können.

Auch bereits neben dem Studium schuf ich mir ein zweites Standbein. Als Mediatorin und Kommunikationstrainerin entwickelte ich Projekte für Schulklassen, um Gewaltprävention, Konfliktlösungskompetenzen und Friedenserziehung im Schulalltag zu implementieren. Diese Projekte führe ich regelmäßig an Volksschulen, Mittelschulen, Gymnasien und BHS mit großer Begeisterung durch. Zusätzlich hatte ich die Möglichkeit, ein Projekt beim Bundesministerium für Inneres zu leiten: Dabei bereitete ich SchülerInnen auf den Besuch der KZ-Gedenkstätte Mauthausen vor und begleitete sie auch dorthin. Und schließlich führe ich regelmäßig Projekte zur Förderung des kritischen Umgangs mit Zeitungen im Rahmen des Vereins „Zeitung in der Schule“ durch.

Meine beiden Arbeitsbereiche ermöglichen mir also sowohl die Arbeit mit ganzen Schulklassen, als auch die Betreuung und Begleitung von einzelnen SchülerInnen, was mir beides unendlich viel Freude bereitet. Schließlich habe ich ab diesem Semester auch noch die Möglichkeit, einem anderen Laster zu frönen, nämlich der wissenschaftlichen Arbeit, indem ich mich entschlossen habe, meine Dissertation zu schreiben.

Oft kommt die Frage, wie das alles möglich ist, wo ich doch auch noch 2 Kinder und einen Mann habe – ich glaube, es liegt einfach daran, dass mir alles in meinem Leben so unendlich viel Freude bereitet, meine Kinder mir viel Kraft geben, die ich für die Arbeit brauche, gleichzeitig aber auch meine unterschiedlichen Tätigkeitsbereiche mir die Kraft geben, die ich für meine Familie brauche.

Und dafür muss ich jeden Tag einfach nur dankbar sein.

 
 
Mag. Agnes Sykora
 
 
Quelle + Foto: Mag. Agnes Sykora
 
Druckversion  Kommentare schreiben/lesen [0]  


Kontakt | Impressum | AGB | Newsletter | Presse | Sitemap

© 2008- 2015 Business-Mamas. Alle Rechte vorbehalten.