
Die aktuelle Diskussion um die Sozialversicherung der Selbständigen bietet die Gelegenheit, das gesamte System zu reflektieren. Die Mindest- und Maximalbeitragsgrundlagen führen in der Praxis dazu, dass die größte Gruppe der Wenigverdienenden und auch der Mittelstand von ihrem Einkommen prozentuell viel mehr SV bezahlen als GroßverdienerInnen.
Die Geschäftsführerin von FO.FO.S, Mag. Martina Schubert, schlägt folgende Änderungen vor, um das System fairer zu gestalten:
Die ersten selbst verdienten 11.000 € (mit Kindern im Haushalt entsprechend mehr) sollten - wie bei der Einkommessteuer - beitragsfrei gestellt werden. Das gesamte Einkommen sollte den Selbständigen verbleiben und trotzdem eine medizinische Versorgung sicher gestellt sein. An Polizei und Feuerwehr können sich selbstverständlich auch die BürgerInnen wenden, die keine Einkommenssteuer bezahlen.
SV-System berücksichtigt keine Einkommensschwankungen
Die Vorauszahlungen und Nachbemessungen berücksichtigen nicht die unterschiedlich hohen Einkünfte von Selbständigen. Gibt es von Jahr zu Jahr große Einkommensschwankungen, bedeutet dies, dass in „guten“ Jahren besonders wenig Sozialversicherung zu zahlen ist und steuermindernd von der Einkommenssteuer abgesetzt werden kann. In „schlechten“ Jahren gibt es einen kompletten Liquiditätsengpass, da das meiste Einkommen an die SVA abgeliefert werden muss. Wenn in diesem Jahr gar keine ESt zu bezahlen ist, gibt es somit auch keine Steuerersparnis.
Ein Vorschlag wäre:
Wie bei der Einkommenssteuer sollte sich die Berechnung und Geltendmachung immer auf das Jahr beziehen, in dem die SV angefallen ist.
Einwicklung des Einkommes von Selbständigen
Das Einkommen von Selbständigen ist z.B 2004-2005 um - 6 % gesunken. Das nehmen diese im Verhältnis sehr ruhig zur Kenntnis, im Vergleich zu den lautstarken Lohnverhandlungen, die die VertreterInnen von Angestellten führen.
Armutsgefährdung von Selbständigen
Selbständigkeit: Die große Freiheit entpuppt sich für viele Selbständige als freier Fall in die Armut. Die Armutsgefährdung von Selbständigen ist fast doppelt so hoch, wie bei anderen Erwerbstätigen, vergleichbar mit der Armutsgefährdung von HilfsarbeiterInnen.
Armutsgefährdung: 11 % Gesamtbevölkerung, 7 % Erwerbstätige, 14 % HilfsarbeiterInnen und 12 % bei den Selbstständigen.
Kinder von Selbständigen sind mehr von Armut bedroht als die von FacharbeiterInnen. Selbst gute Ausbildung schützt vor Armut nicht, Stichwort Generation Praktika. Gescheiterte Selbstständigkeit mit 22 % bei der Schuldnerberatung ist der häufigste Grund für Überschuldung.
Die Sozialversicherung als Armutstreiber
Die Sozialversicherung benachteiligt Geringverdienende deutlich gegenüber Gutverdienenden. Jemand dem nach Steuer und SV 400,- € netto verbleiben, musste vorher 200,- € Sozialversicherung zahlen, jemand dem 4.000,- € netto verbleiben musste 1227,- Sozialversicherung bezahlen. Prozentuell zahlen also Geringverdiener viel Sozialversicherung. Eine gemeinsame Abgabe von Einkommenssteuer und Sozialversicherung könnte solche Ungleichgewichte aufheben.
Vorschläge von FO.FO.S
Um generell die Armut von Selbständigen zu verringern, könnten - wie bei der Einkommenssteuer - die ersten 11.000 € beitragsfrei gestellt werden und trotzdem eine medizinische Grundversorgung sichergestellt werden. Die Straßen dürfen BürgerInnen, die keine Steuern zahlen auch benutzen, warum keine Gesundheitsleistungen?
Eine gemeinsam erhobene Abgabe von Einkommenssteuer und Sozialversicherung könnte solche Ungleichgewichte aufheben.
Links von FOFOS:
Download mit Grafik zu Einkommen und SVA-Beiträgen:
http://www.fofos.at/downloads/4c0cbe1152bfe.pdf
Download mit Grafik zur Einkommensschere:
http://www.fofos.at/downloads/4c04cd8994321.pdf
Martina Schubert
Geschäftsführerin FO.FO.S
www.fofos.at
office@fofos.at
7.6.2010
Quelle + Logo: Martina Schubert, Fofos
Die Geschäftsführerin von FO.FO.S, Mag. Martina Schubert, schlägt folgende Änderungen vor, um das System fairer zu gestalten:
Die ersten selbst verdienten 11.000 € (mit Kindern im Haushalt entsprechend mehr) sollten - wie bei der Einkommessteuer - beitragsfrei gestellt werden. Das gesamte Einkommen sollte den Selbständigen verbleiben und trotzdem eine medizinische Versorgung sicher gestellt sein. An Polizei und Feuerwehr können sich selbstverständlich auch die BürgerInnen wenden, die keine Einkommenssteuer bezahlen.
SV-System berücksichtigt keine Einkommensschwankungen
Die Vorauszahlungen und Nachbemessungen berücksichtigen nicht die unterschiedlich hohen Einkünfte von Selbständigen. Gibt es von Jahr zu Jahr große Einkommensschwankungen, bedeutet dies, dass in „guten“ Jahren besonders wenig Sozialversicherung zu zahlen ist und steuermindernd von der Einkommenssteuer abgesetzt werden kann. In „schlechten“ Jahren gibt es einen kompletten Liquiditätsengpass, da das meiste Einkommen an die SVA abgeliefert werden muss. Wenn in diesem Jahr gar keine ESt zu bezahlen ist, gibt es somit auch keine Steuerersparnis.
Ein Vorschlag wäre:
Wie bei der Einkommenssteuer sollte sich die Berechnung und Geltendmachung immer auf das Jahr beziehen, in dem die SV angefallen ist.
Einwicklung des Einkommes von Selbständigen
Das Einkommen von Selbständigen ist z.B 2004-2005 um - 6 % gesunken. Das nehmen diese im Verhältnis sehr ruhig zur Kenntnis, im Vergleich zu den lautstarken Lohnverhandlungen, die die VertreterInnen von Angestellten führen.
Armutsgefährdung von Selbständigen
Selbständigkeit: Die große Freiheit entpuppt sich für viele Selbständige als freier Fall in die Armut. Die Armutsgefährdung von Selbständigen ist fast doppelt so hoch, wie bei anderen Erwerbstätigen, vergleichbar mit der Armutsgefährdung von HilfsarbeiterInnen.
Armutsgefährdung: 11 % Gesamtbevölkerung, 7 % Erwerbstätige, 14 % HilfsarbeiterInnen und 12 % bei den Selbstständigen.
Kinder von Selbständigen sind mehr von Armut bedroht als die von FacharbeiterInnen. Selbst gute Ausbildung schützt vor Armut nicht, Stichwort Generation Praktika. Gescheiterte Selbstständigkeit mit 22 % bei der Schuldnerberatung ist der häufigste Grund für Überschuldung.
Die Sozialversicherung als Armutstreiber
Die Sozialversicherung benachteiligt Geringverdienende deutlich gegenüber Gutverdienenden. Jemand dem nach Steuer und SV 400,- € netto verbleiben, musste vorher 200,- € Sozialversicherung zahlen, jemand dem 4.000,- € netto verbleiben musste 1227,- Sozialversicherung bezahlen. Prozentuell zahlen also Geringverdiener viel Sozialversicherung. Eine gemeinsame Abgabe von Einkommenssteuer und Sozialversicherung könnte solche Ungleichgewichte aufheben.
Vorschläge von FO.FO.S
Um generell die Armut von Selbständigen zu verringern, könnten - wie bei der Einkommenssteuer - die ersten 11.000 € beitragsfrei gestellt werden und trotzdem eine medizinische Grundversorgung sichergestellt werden. Die Straßen dürfen BürgerInnen, die keine Steuern zahlen auch benutzen, warum keine Gesundheitsleistungen?
Eine gemeinsam erhobene Abgabe von Einkommenssteuer und Sozialversicherung könnte solche Ungleichgewichte aufheben.
Links von FOFOS:
Download mit Grafik zu Einkommen und SVA-Beiträgen:
http://www.fofos.at/downloads/4c0cbe1152bfe.pdf
Download mit Grafik zur Einkommensschere:
http://www.fofos.at/downloads/4c04cd8994321.pdf
Martina Schubert
Geschäftsführerin FO.FO.S
www.fofos.at
office@fofos.at
7.6.2010
Quelle + Logo: Martina Schubert, Fofos





