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Bild zu Die Vision einer Zukunft, die JETZT beginnt
Gerade heute als ich bei meiner Nachbarin in OÖ Eier und Milch hole, entspinnt sich ein Gespräch zwischen uns – bei uns am Hof wird gerade eine neue Therme eingebaut, die alte hat nach 17 Jahren ausgedient. „Ja früher hat‘s das nicht gegeben,“ meint sie und: „Da wurden die Dinge noch für die Ewigkeit gebaut.“ Doch heutzutage haben viele Dinge ein „Ablaufdatum“ eingebaut – „Geplante Obsoleszenz“ wird das in der Fachsprache genannt. Zahlreiche Menschen gehen jetzt schon dagegen an, z.B. das bekannt Reparaturnetzwerk (siehe Linktipps), wo Sie Kontakte finden, die sich auf das Reparieren verlegt haben – es ist bei Bedarf einen Besuch wert!

Neues Lebensmodell „Arbeit“

Wenn die Dinge kürzer halten, dann müssen die Menschen rascher Neues kaufen, sie brauchen mehr Geld, haben weniger Zeit für sich (Lebenszeit), dafür gibt es wiederum mehr Arbeitsplätze. Denn wenn wir nicht so viele Dinge produzieren müssten, hätten wir mehr Arbeitslose – und da das ganze System noch immer auf Konsum aufgebaut ist, müssen die Menschen ein gewisses Einkommen haben, sonst schaffen sie es nicht, den ganzen Konsum zu bezahlen. Eine Katze, die sich in den Schwanz beißt.

Dabei ist es einfach – das neue Modell „Arbeit“ kann so aussehen: wir schrauben die wöchentliche Arbeitszeit auf 20 Std. herunter – verdienen dafür weniger aber doch genügend Geld (bedingungsloses Grundeinkommen, siehe Linktipps), dafür haben wir mehr Zeit Vergnügliches zu tun. (Ich gebe zu, zu Beginn könnte Langeweile eintreten, da wir das ständige TUN gewöhnt sind.) Einfach zu sitzen und zu schauen, lassen Sie sich das bitte auf der Zunge zergehen! Zu sitzen und einfach zu SEIN oder einer Tätigkeit im Flow nachzugehen (wo wir gar nicht merken, dass die Zeit vergeht) heißt, dass wir im JETZT sind – und davon sind wir von allen Medien, Konsumgesellschaften, etc. bisher möglichst weit entfernt gehalten geworden – oder haben uns entfernen lassen. Denn auch das ist NEU: wir übernehmen endlich VERANTWORTUNG für unser Leben und das, was wir uns durch unsere Gedanken und Worte darin manifestieren bzw. durch das nicht-manifestieren einfach zulassen. Klingt paradox? Ich weiß, das ist einkomplexes Thema, es geht ans „Eingemachte“.

Neue Wohnmodelle

Die Mieten werden geringer und neue Wohnmodelle entstehen – z.B. Co-Housing, Wohngemeinschaften, Kommunen(lat. communis‚ gemeinschaftlich) oder Mischformen. Der Grundgedanke bei all diesen Modellen des Zusammenlebens ist – hier auf die Basics hinunter gebrochen – der gemeinsame Wille von Menschen zusammen zu leben und sich gegenseitig zu unterstützen. Es kann ein „enger Zusammenrücken“ mit größerem Anteil an gemeinschaftlichem Eigentum (mehr teilen!) sein, wie z.B. in einer Kommune oder „mit größerem Abstand zueinander“ wie im Co-Housing, wo man bestimmte Gemeinschaftsräume miteinander nutzt und jeder trotzdem in „seiner“ Einheit wohnt.

Unter vielerlei Gesichtspunkten ist das Co-Housing vorbildlich: Ressourcen werden optimal ausgenutzt, Generationen leben miteinander, Kinder können sich sicher bewegen, das Gemeinschaftsgefühl wird gestärkt, Privatsphäre ist ebenfalls ausreichend vorhanden. Kommunen sind eine spezielle Form von Gemeinschaften, die meist gemeinsame Ökonomie praktizieren, nach dem Konsensprinzip entscheiden und an einem Platz leben, der in vielen Fällen Gemeinschaftseigentum ist. Ökologische Kriterien der Lebensführung spielen eine große Rolle und es wird auf einen verständnisvollen, wertschätzenden Umgang untereinander Wert gelegt. Der Unterschied zu reinen Wohngemeinschaften besteht vor allem im Aspekt des gemeinsamen Wirtschaftens, wodurch sich häufig auch längere zeitliche Perspektiven der Beteiligten ergeben.
Es können aber auch Mischformen gegründet werden – wichtig ist, dass wir zufrieden mit unserem Wohnmodell sind und dass wir uns unsere „Wahlfamilie“ sozusagen aussuchen können.

Neuer Umgang miteinander
Ob wir nun miteinander in einem neuen Modell wohnen oder nicht, der Umgang zu- oder miteinander ändert sich. Wert-Schätzung ist das Wort. Dazu gehört natürlich, dass ich mich zu aller erst selber wert-schätze. Hinter dem Wort steckt „Wert“, der in jedem von uns steckt und den wir lernen „zu schätzen“. Das bedingt aber auch, dass ich meine Kinder, meinen Partner, meine Familie, den Nachbarn, die entfernteren Menschen rund um mich besser kennen lerne, um ihren Wert überhaupt erkennen zu können. Mich annähere, meinen Schutz aufgebe, mich öffne.

Derart im Spiegel der Menschen rund um mich erkenne ich meinen eigenen Wert und erlaube mir, ihn zu wert-zu-schätzen – ihn nicht unter den Scheffel stellen. Und das ist gar nicht so einfach – sagen Sie doch gleich hier unter uns – was sind Sie sich denn wert? Und dabei ist kein materieller Wert gemeint, sondern das, was Sie für sich selber tun. (außer sich etwas zu kaufen) Nichtstun, sich Gutes tun, sich helfen lassen… Anerkennung des Seins. Erkennen, dass wir sein dürfen ohne etwas tun zu müssen. Das geht nicht einfach hinunter, das sträubt sich, gell?

Wertschätzung zeigt sich häufig in der Wahl der Worte, die wir verwenden. Wer sich auf den Pfad der Wortwahl begibt, wird Entdeckungen machen! Und nachdem wir die bewusste Wahl der Worte geübt haben, geht sie über in die bewusste Wahl unserer Gedanken.

Übung:
Jeder Mensch, den ich treffe hat eine Botschaft für mich. Nur wie kann ich diese erkennen? Machen Sie mit mir folgendes Spiel: Gehen Sie wie gewohnt einkaufen. Und bei jedem Menschen, den Sie sehen und bei dem Ihnen irgendwelche Vergleiche (auf- oder abwertende) in den Sinn kommen, gehen Sie davon aus, dass er einen Teil von Ihnen spiegelt. Und Sie diesen Teil in Ihnen gerade durch Ihre auf- oder abwertenden Worte angesprochen haben. Erkennen Sie – egal wie fürchterlich unangenehm es im ersten Moment für Sie auch erscheint, dass der ärgste Sandler Ihnen einen Spiegel vorhält, wenn Sie auf ihn mit einem Gedanken reagieren. Eventuell ist es der Teil in Ihnen, der auch mal gerne ungewaschen auf der Couch sitzen und den Sie nicht anerkennen möchten. Oder der Mensch mit dem süßen Knacka…., der einen erregenden Gedanken in Ihnen wachruft – anerkennen Sie auch diesen Teil in sich, den Teil, der unheimlich sexy ist und den Sie eventuell nicht zulassen.

Spielen Sie das Spiel und seien Sie schonungslos zu sich, dann lernen Sie rascher. Und gerade dann, wenn es Ihnen total unmöglich und absurd erscheint, - nein, also der sicher nicht! - gerade dann ist diese Botschaft besonders stark. Probieren Sie aus, ich selber konnte einige Dinge daraus lernen.

Neuer Umgang mit „Dingen“

Wenn wir wieder näher zusammenrücken, erkennen, dass wir Teil einer großen Einheit sind, alle Eins sind, dann müssen wir auch nicht mehr so viele Dinge „besitzen“. Alles was wir besitzen dient unserer Angst vor Einsamkeit zu entkommen. Was „uns“ gehört können wir kontrollieren und je mehr Dinge wir kontrollieren können, desto geringer ist die Angst vor dem Alleinsein oder dem Kontrollverlust über unser Leben an sich.

Neu ist, dass wir mit Dingen anders umgehen. Eventuell genügt ja eins davon im ganzen Haus und nicht mehr eins in jedem Zimmer. Weniger Kleidung, die dafür aber individueller, weil liebevoll in stundenlanger Selbstversunkenheit persönlich angefertigt oder selbstgemachtes Geschirr, selbstgemachte Socken, selbstgemachte…

Ja, das klingt gut - wenn wir unsere Leben anders strukturieren, gemeinsam unser Gemüse anbauen, ernten, kochen, Wäsche waschen, Kinder begleiten… bleibt uns mehr Zeit im Flow zu sein mit etwas, was unserem Talent entspricht.

Beginnen wir am Besten JETZT damit, denn das ist die einzige Zeit für Veränderungen.


Buchtipps:

Die Post-Kollaps-Gesellschaft
v. Johannes Heimrath
Verlag Scorpio

Anni und Alois – Arm sind wir nicht
Ein Bauernleben
v. Julia Seidl u. Stefan Rosenboom
Verlag Ludwig

Plastikfreie Zone
v. Sandra Krautwaschl
Verlag Heyne

Der Wissenschaftswahn
v. Rupert Sheldrake
Verlag O.W.Barth

Linktipps:
www.reparaturnetzwerk.at
www.grundeinkommen.at


Eva Laspas
www.laspas.at


Quelle: Text: Eva Laspas, Foto: red., Juli 2014
 
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