Babysitter finden – Welche Möglichkeiten gibt es?

Für die meisten Eltern ist es unvorstellbar, sein Baby auch nur eine Sekunde lang aus den Händen zu geben. Vor allem in den ersten Lebensmonaten eines Kindes möchte man jede freie Minute mit ihm verbringen – doch irgendwann kommt der Punkt, an dem man wieder ins Berufsleben einsteigen möchte oder auch wieder einmal einen Abend als Paar verbringen möchte.

Der richtige Babysitter

Keine Frage, dann muss ein Babysitter her. Doch hier sind viele Eltern unsicher, denn sie wissen nicht, wie sie den richtigen Babysitter finden sollen. Ebenfalls ist es wichtig, schon im Vorfeld zu wissen, was einen guten Babysitter auszeichnet. Wir stellen Ihnen im nachfolgenden Ratgeber alles Wissenswerte zum Thema vor, damit Sie am Ende ganz sicher den passenden Babysitter für Ihr Kind gefunden haben.

Einen Babysitter finden – die wichtigsten Anlaufstellen für Eltern

  • Familie, Freunde und Bekannte
  • Aushänge in Geschäften und Annoncen in Zeitungen
  • Internet bzw. Online Portale

Im eigenen Bekanntenkreis suchen

Familie und Freunde sind für die meisten Menschen die ersten Ansprechpartner, wenn es darum geht, einen passenden Babysitter zu finden. Denn dabei handelt es sich in der Regel um die engsten Vertrauten, die einen selbst und auch das Kind bereits gut kennen und daher wissen, worauf es ankommt. Schon im Alltag zeigt sich meist recht schnell, wer gut mit dem Baby umgehen kann und einen Draht zu ihm gefunden hat. Ehe man sich also an anderer Stelle umsieht, sollte man sich im direkten Freundes- und Familienkreis umhören. Oft findet sich dort jemand, der sicherlich gerne für ein paar Stunden auf das geliebte Kind aufpasst.

In der Umgebung – Anzeigen und Annoncen

Die zweite Möglichkeit ist, sich Aushänge in Geschäften oder Annoncen in Zeitungen anzusehen. Natürlich kann es auch sinnvoll sein, ein eigenes Inserat aufzugeben oder sich auf eine Anzeige eines Babysitters zu melden. In der Regel bemerkt man schon beim ersten Gespräch am Telefon, ob man ein gutes Gefühl hat und man sich sympathisch ist. Bevor man jedoch eine feste Zusage gibt, ist es unbedingt anzuraten, den potenziellen Babysitter erst einmal unverbindlich kennenzulernen.

Bei Säuglingen ist es natürlich in erster Linie einseitig: Hier sollte der Babysitter wissen, wie er richtig mit dem Kind umgehen muss. Ist das Kind aber schon etwas größer, dann muss auch dieses sich mit der fremden Person wohl fühlen. Es kommt oft vor, dass Kinder erst einmal eingeschüchtert oder vollkommen ablehnend sind – deshalb unternimmt man am besten erst einmal etwas gemeinsam mit dem künftigen Babysitter. So lässt sich gut herausfinden, ob das Verhältnis danach funktionieren könnte.

Im Internet suchen

Findet sich in der nahen Umgebung kein geeigneter Babysitter, dann gibt es noch die Option, sich im Internet umzusehen. Unterschiedliche Plattformen bieten die Möglichkeit, anhand verschiedener Filter Babysitter auszuwählen, die zum eigenen Kind passen. Allerdings sind nicht alle Online-Portale kostenfrei. Manche fungieren als aktive Vermittler und wählen Babysitter anhand eines Profils aus, das die Eltern zuvor erstellt haben. Das ist zwar mit mehr Aufwand und auch mit Kosten verbunden, bietet dafür aber die Sicherheit, dass man schwarze Schafe umgehend ausschließen kann.

Der Arbeitsvertrag – auch für den Babysitter wichtig

Entscheidet man sich dazu, langfristig einen Babysitter bei sich zu engagieren, ist es für beide Seiten empfehlenswert, einen Arbeitsvertrag aufzusetzen. In diesem sind die Rechte und Pflichten beider Parteien genau festgehalten, so dass später keine Missverständnisse oder gar rechtliche Streitigkeiten entstehen können. Enthalten sein sollten neben grundlegenden Aspekten auch Regeln zum Thema Urlaub und Krankheit.

Eltern haben in einem solchen Vertrag natürlich auch die Möglichkeit, selbst Vorschriften einzutragen. Ist es dem Babysitter beispielsweise nicht gestattet, mit dem Kind das Haus zu verlassen, sollte dies unbedingt im Vertrag vermerkt werden. Auch Notfallkontakte, das Thema Schweigepflicht und weitere wichtige Punkte sollten darin ihren Platz finden.

Das erste Treffen mit dem Babysitter – ein Leitfaden

Hat man über eine Anzeige oder ein Vermittlungsportal einen eventuellen Babysitter gefunden und Kontakt mit diesem aufgenommen, dann sollte zeitnah ein erstes unverbindliches Treffen stattfinden. Für dieses “Casting” ist es in erster Linie wichtig, dass der Babysitter genau erfährt, warum er auf das Kind aufpassen soll und welche Aufgaben er übernehmen muss. Es macht für viele Babysitter durchaus einen Unterschied, ob ein Kind nur spielerisch betreut werden oder auch gewickelt, gefüttert oder gebadet werden soll.

Bezahlung

Zur Sprache kommen sollte darüber hinaus unbedingt auch der finanzielle Aspekt. Im Durchschnitt verdient ein Babysitter in Österreich pro Stunde etwa 10 Euro. Natürlich kann der Lohn auch höher ausfallen – dies ist immer individuell auszuhandeln und hängt von unterschiedlichen Punkten ab. So spielen für viele Eltern zum Beispiel die berufliche Erfahrung, die Qualifikation und das Alter eine Rolle. Auch die Dauer und der Umfang der Betreuung sollten berücksichtigt werden. Soll der Babysitter auch nachts zum Einsatz kommen, gilt es, ihm genau zu erklären, wie dies ablaufen wird.

Qualifikationen

Wenn ein Babysitter erläutert, dass er berufliche Qualifikationen oder Erfahrungen in der Kinderbetreuung hat, sollten Eltern um einen Nachweis oder eine Referenz bieten. Hat er Kurse besucht oder sogar eine entsprechende Ausbildung gemacht, ist dies natürlich ein gutes Zeichen. Dennoch ist die rein berufliche Qualifikation noch kein Garant für eine gute Chemie zwischen dem Kind und dem Babysitter: Fühlt sich das Baby nicht mit der neuen Person im Haus wohl, hilft auch die beste Vorbildung nichts.

Bauchgefühl

Allgemein gilt also, sich am besten auf das eigene Bauchgefühl zu verlassen. Macht der Babysitter einen sympathischen und vertrauenswürdigen Eindruck, kann man ihn als Nächstes zu einem Probetag einladen, an dem er sein Können unter Beweis stellen kann.

Probearbeiten

Bei einem Test-Durchgang kann man dem Babysitter über die Schulter schauen, ihm Tipps geben sowie beobachten, wie er mit dem Kind umgeht. Denn schließlich sollten Eltern ein vollkommen sicheres Gefühl haben, wenn sie ihr Baby mit dem Betreuer allein lassen.

Entscheidung

Ist die Entscheidung getroffen, können Eltern durchaus erst einmal eine bezahlte Probezeit mit dem Babysitter vereinbaren. So geht man noch keine langfristige vertragliche Bindung ein und kann erst einmal für einige Wochen prüfen, ob alles passt oder Probleme auftreten. Denn häufig ist es schwer, anhand eines einzigen Probetags zu bewerten, ob ein Babysitter auch in schwierigen Situationen richtig mit dem Kind umgehen kann. Sollten Zweifel auftreten oder ist der Babysitter sogar mit dem Baby überfordert, ist es besser, sich für einen anderen Bewerber zu entscheiden.

Anmeldung und Versicherung – Rechtliches zum Thema Babysitten in Österreich

Genau wie auch Küchenhilfen oder Reinigungskräfte ist auch ein Babysitter eine Haushaltshilfe, die angemeldet werden muss. Ein nicht angemeldetes Arbeitsverhältnis, welches irgendwann entdeckt wird, kann teure Strafen nach sich ziehen. Wenn ein Babysitter lediglich 450 Euro im Monat zusätzlich verdient, stellt dies eine geringfügige Tätigkeit dar, der bei der entsprechenden Behörde gemeldet werden muss.

Anschließend wird der Babysitter von der Behörde bei der gesetzlichen Unfallversicherung angemeldet. Er wird dann automatisch sozialversicherungspflichtig und bezahlt in die Renten- sowie in die Krankenkasse ein, was von seinem Bruttolohn abgezogen wird.

Für Eltern hat das Anmelden eines Babysitters fast nur Vorteile: Wenn der Babysitter auf dem Weg zum Arbeitsplatz etwas passiert, besteht zuverlässiger Schutz durch die Unfallversicherung. Ansonsten ist man als Arbeitgeber dazu verpflichtet, Kosten für Behandlungen und unter Umständen sogar Schadensersatz voll zu tragen. Selbstverständlich lassen sich die Kosten für einen Babysitter steuerlich geltend machen.

Bis 2018 können Eltern mindestens 60 % aller Kosten – allerdings nicht mehr als 4.000 Euro pro Kind – in der Steuererklärung angeben. Die exakte Höhe wird dann vom Finanzamt mitgeteilt. Dies wird nun durch den Familienbonus PLUS ab 2019 ersetzt.

Wichtige Informationen für den Babysitter – was Eltern unbedingt mitteilen sollten

Wenn ein Babysitter das erste Mal allein in einem fremden Haus ist, fühlt er sich meist unsicher und weiß nicht so recht, was er anfassen oder benutzen darf. Eltern sollten sich daher am besten im Vorfeld eine Checkliste erstellen, auf der sowohl die Aufgaben als auch die Rechte und Pflichten des Babysitters genau festgehalten sind. Diese sollten unter anderem folgende Punkte beinhalten:

  • Informationen zum richtigen Umgang mit dem Kind, auch bei Müdigkeit oder Krankheit
  • Allergien, Unverträglichkeiten und Medikamente, die einzunehmen sind
  • Beruhigung bei Aufregung und Weinen
  • Lieblingsspielzeuge und bevorzugte Kuscheltiere
  • Aufbewahrungsorte von wichtigen Utensilien wie Kleidung, Essen, Trinken, Fläschchen, Windeln und Wäsche für das Kind
  • Speiseplan bzw. welche Mahlzeiten zu welcher Tageszeit erfolgen sollten
  • Regeln bezüglich des Zugriffs auf den Kühlschrank sowie eine Anleitung für die Kaffeemaschine, falls nötig
  • Eine Liste mit Notfallkontakten

Natürlich können all diese Punkte noch beliebig erweitert oder ergänzt werden. Am einfachsten ist es, wenn Eltern sich in die Perspektive eines Babysitters versetzen und dann überlegen, was sie am ehesten in einem fremden Haus benötigen würden. Auch ist es sinnvoll, den Babysitter zu Beginn zu fragen, was er noch wissen möchte. Grundsätzlich sollten Eltern stets erreichbar sein, wenn das Kind gerade von einer anderen Person betreut wird. Dies beruhigt auch das eigene Gewissen – denn sollte tatsächlich einmal etwas passieren oder Fragen auftreten, sind diese mit einem kurzen Handgriff zum Telefon schnell beantwortet.

Nächster Beitrag