Wochenbettdepressionen – Ursachen, Anzeichen und vorbeugen

In der Zeit der Schwangerschaft ist bei den werdenden Eltern die Vorfreude auf das eigene Kind sehr groß. Ist die Geburt mit den meist stundenlangen Strapazen überstanden und das Baby auf der Welt, überwiegen Zufriedenheit und Glück bei den Eltern.

Wochenbettdepression?

Doch fallen viele Mütter im Anschluss in ein Stimmungstief. Einige Heultage oder auch handfeste Depressionen können sich einstellen. Ob es sich dabei um den Babyblues oder um eine wahre Wochenbettdepression handelt, liegt immer an der Stärke der psychiatrische Belastung der Mütter.

Was ist eine Wochenbettdepression?

Eine Wochenbettdepression kann in die postportalen Stimmungskrisen eingeordnet werden. Post portal bedeutet nach der Geburt, die Krise, die aus psychischen Zuständen oder Störungen bestehen kann, tritt also nach der Entbindung auf.

Das Ausmaß der Krise ist dabei bei allen Müttern sehr unterschiedlich. Haben einige Frauen ein postportales Stimmungstief, das auch Babyblues oder mit Heultagen bezeichnet wird, reicht das Stimmungstief bei anderen Müttern deutlich tiefer. Die Wochenbettdepression kann sich über zwei Jahre nach der Geburt erstrecken, noch schlimmer tritt die postportale Psychose auf.

Wo liegen die Ursachen der Wochenbettdepression?

Die geänderte Lebenssituation ist maßgeblich die Ursache für eine Wochenbettdepression. Daneben kommt es auch durch die hormonelle Umstellung, durch eine Reizüberflutung durch die neue Situation, durch Schlafmangel oder fehlende Ruhe dazu.

Für viele junge Mütter ist es ein zusätzliches Problem, dass ihnen ab der Geburt das soziale Umfeld fehlt. Wer früher Berufstätig war, Hobbys hatte oder einfach nur viel Zeit mit Freunden verbracht hat, wird dieses mit dem Baby nun auf eine Art und Weise vermissen. Weiterhin können sich auch partnerschaftliche Probleme, zu hohe eigene Erwartungen an die Mutterrolle negativ auf die eigene Psyche auswirken. Und nicht zuletzt können auch gesundheitliche Ursachen zugrunde liegen, wie durch Medikamenteneinnahme ( z.B. Abstilltabletten), Komplikation bei der Geburt oder auch eine Schilddrüsenstörung.

Frauen, die schon in der Schwangerschaft depressive Schübe hatten, leiden sicherlich auch nach der Geburt um einiges häufiger an der Wochenbettdepression. Auch Frauen, die vor einigen Jahren schon psychische Erkrankungen hatten oder bei denen in der Familie andere unter psychischen Störungen leiden, sind nicht selten von einer Wochenbettdepression betroffen.

Anzeichen der Wochenbettdepression

Selbst leichte Wochenbettdepressionen zeigen sehr deutliche Anzeichen. So äußern sie sich erst in Stimmungsschwankungen, höhere Reizbarkeit, Niedergeschlagenheit und oftmals auch durch stärkere Empfindlichkeiten. Im weiteren Verlauf können dann zusätzlich Konzentrations- und Schlafstörungen, Abgeschlagenheit und Appetitlosigkeit auf eine Wochenbettdepression hinweisen.
Mütter, die eine leichte Wochenbettdepression haben, werden in den ersten drei bis fünf Tagen nach der Entbindung von diesen Symptomen heimgesucht, danach flachen sie langsam wieder ab.

Rund 10 Tage nach der Entbindung ist der Babyblues vorbei. Bei einer postnatalen Depression dauert dieser ganze Prozess um einiges länger an. Die Symptome kommen schleichend, viele Frauen haben auch noch zwei Jahre nach der Entbindung mit einigen davon zu kämpfen. Die ersten Symptome setzen etwa eine Woche nach der Geburt ein. In den ersten zwei Wochen nach der Geburt entwickeln sich auch die postnatalen Psychosen. Kennzeichnend dafür sind deutliche Verhaltensänderungen, Ängste, die unbegründet sind oder Denkstörungen.

 

Einer Wochenbettdepression vorbeugen

Wochenbettdepressionen können recht einfach dadurch vorgesorgt werden, dass ein soziales Umfeld, das sehr viel Rückhalt geben kann, geschaffen wird. Die Unterstützung durch den Partner ist dabei sehr wichtig. Allerdings sollte hier auch nicht zu viel Fürsorge bestehen, da dadurch sehr schnell auch genau das Gegenteil bewirkt werden kann. Männer, die der Frau zu viel abnehmen, sorgen dann nämlich dafür, dass bei der Mutter das Gefühl des Versagens entsteht und so eine Wochenbettdepression doch entsteht, obwohl sie eigentlich verhindert werden sollte. Die Angehörigen, Partner und Freunde müssen das richtige Maß an Unterstützung finden, was oft nicht einfach ist.

Mütter können Wochenbettdepressionen vermeiden, wenn sie ihre eigenen Erwartungen in die Mutterrolle nicht zu hoch ansetzen. Gerade das Bild, welches in der Öffentlichkeit von jungen Müttern und ihren Kindern gezeigt wird, entspricht nicht der Realität und wird stark überbewertet dargestellt.

Frauen, die in der Schwangerschaft oder früher schon psychische Probleme hatten, sollten sich rechtzeitig in professionelle Hände begeben. Auch dann, wenn in der engeren Familie solche Probleme bestanden haben, kann die Hilfe sinnvoll sein. Im Idealfall kann der ganze Weg nach der Geburt so begleitet werden, damit die Wochenbettdepression erst gar nicht auftritt. Und auch für all die Frauen, die über den Babyblues hinaus Probleme haben, kann das Suchen nach einer professionellen Hilfe immer der richtige Weg sein. Vielleicht hilft es einfach, wenn einmal mit einer Unabhängigen Person über die eigenen Probleme und Gefühle geredet werden kann.

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