Mutter sein und selbstständig! – Ratgeber und Tipps

Gerade noch beruflich engagiert und erfolgreich und plötzlich zu Hause und sich um das Neugeborene kümmern. Für viele Frauen Alltag. Für einige Väter auch. Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen, das hängt auch wesentlich von der Kinderbetreuung ab. Aber eben nicht nur. In der heutigen Zeit ist es durchaus möglich den Balanceakt, also Familie und Beruf, zu schaffen.

Zentrales Element: Selbstorganisation und Zeitmanagement

Doch dazu bedarf es einer guten Organisation. Schließlich verändert so ein kleiner Mensch so einiges, schon bevor er auf die Welt kommt. Die Berufspläne müssen erst einmal ad acta gelegt werden oder werden komplett auf den Kopf gestellt. Dazu kommt ein neuer Job – Mutter sein. Mehr als eine Vollzeitbeschäftigung. Diese Doppelrolle ist eine ziemliche Herausforderung, die bewältigt werden will.

Start in die Selbständigkeit – Vorab informieren

Ein Teil der Frauen beschließt, sich zunächst nur dem Baby zu widmen und nehmen eine Auszeit von Beruf und Karriere. Andere wollen sich auch nach der Geburt ihres Kindes nicht von ihrem Beruf verabschieden. Sie möchten zumindest noch geringfügig im Unternehmen präsent sein oder wollen in Teilzeit weiterarbeiten.

Für wieder andere ist es der Punkt in ihrem Leben, an dem sie in die Selbstständigkeit einsteigen möchten. Am liebsten mit einer Tätigkeit, die sie auch von zu Hause aus ausüben können. In jedem Fall aber ist es wichtig, sich jedes Modell genau zu überlegen und zu durchdenken. Nicht alles passt zu jedem. Wer zeitig, bereits während der Schwangerschaft damit beginnt, sich Informationen einzuholen und sich Gedanken darüber zu machen, wird weniger das Gefühl haben einer ungewissen Zukunft entgegen zu gehen.

Tipp: Erfahrungen von anderen einholen

Wichtig ist, die derzeitige berufliche Situation genau zu analysieren.

Ist die berufliche Karriere gefährdet oder wird schon über einen längeren Zeitraum über mögliche Alternativen und Veränderungen nachgedacht? Mit anderen Müttern über dieses Thema zu reden, bringt Erkenntnisse für den eigenen Weg. Nach der Entscheidung für ein Modell wird es notwendig sich weitere Erfahrungen, einzuholen von Frauen, die den gleichen Weg gehen oder bereits erfolgreich gegangen sind.

Networking & Events nutzen

Auch das Networking ist wichtig. Es gibt eine ganze Reihe von Berufsnetzwerke und -verbände, die einen effizienten Erfahrungsaustausch ermöglichen und wo Kontakte geknüpft werden können.

Wofür sich im einzelnen entschieden wird, hängt von einer Vielzahl an Bedingungen ab:

  • dem eigenen Temperament
  • der privaten Situation
  • der beruflichen Situation
  • der finanziellen Situation.

Welches Modell ideal ist, hängt von der jeweiligen Situation ab. Werden die Weichen neu gestellt und ein Start in die Selbstständigkeit ist die Lösung, dann helfen folgende Tipps und Ratschläge weiter.

Eine Selbstständigkeit mit einem Kind? Geht das überhaupt? Wie wird das Berufsleben aussehen? Fragen über Fragen.

Wichtig für Erfolg – Eine gute Planung

Eines ist gewiss Selbstständige und Mütter haben immer zu wenig Zeit. Doch eine Woche hat sieben Tage und jeder Tag hat 24 Stunden. Das ändert sich auch mit einem Kind nicht. Nur mit einem Kind ist nun bedeutend weniger Zeit, um produktiv zu arbeiten. Eine Mutter muss lernen, dass nicht alles möglich ist. Doch mit einer guten Planung gelingt es die Selbstständigkeit, Kind und Familie unter einen Hut zu bekommen.

  1. Tipp: Am Wochenende bereits die kommende Woche planen ist hilfreich. Kundenprojekte, das eigene Marketing, Verwaltungstätigkeiten, Kundenakquise, private wie berufliche Termine wollen gut organisiert sein. Es gibt dafür hilfreiche Online-Tools wie zum Beispiel den Google Kalender.
  2. Tipp: In die Betreuung des Kindes den Partner oder Verwandte mit einbeziehen. Es kommen Zeiten, wo mehr gearbeitet werden muss. Das Verständnis dafür, dass auch einmal in der Nacht oder am Wochenende gearbeitet wird, muss da sein. Partner und/oder Familie sollten unterstützen. Wichtig: Arbeiten wenn das Kind gut betreut ist, denn dann ist der Kopf frei.
  3. Tipp: Telefonate und kleinere Erledigungen können in die Zeit des Mittagsschlafes des Kindes gelegt werden. Viele selbstständige Frauen arbeiten überwiegend am Abend, wenn das Kind bereits schläft.
  4. Tipp: Um Energie zu tanken, sollten ein bis zwei Abende in der Woche Dingen gewidmet werden, die Spaß machen und Erholung bringen. Danach wird es wieder leichter möglich sein produktiv zu arbeiten und als Mutter präsent zu sein. Auch wenn die Zeit knapp ist, Auszeiten müssen sein.
  5. Tipp: Realistisch ist ein Arbeitszeitbeginn gegen neun Uhr. Die Mittagspause sollte nie vergessen werden. Als Selbstständige ist eine Arbeitszeit bis mindestens 19 Uhr einzuplanen. Die Planung muss effizient sein. Die Kinderbetreuungszeiten müssen genauso gut geplant sein, wie die Zeit für den Kunden. Kundentermine im Homeoffice, dem Büro oder in der näheren Umgebung sind zu bevorzugen. Lange Fahrzeiten sind zu vermeiden. Notwendige Einkäufe können zwischen Kundenterminen erledigt werden.
  6. Tipp: Improvisation ist alles und will gelernt sein. Gerade mit einem Kind kommt man oft in Situationen, die auch den effizientesten Plan in die Ablage P befördern. Und wie es der Teufel will, meist dann, wenn gerade richtig viel zu tun ist. Doch es gibt für alle Situationen und Gegebenheiten eine Lösung. Die Kommunikation mit dem Kunden ist in so einer Situation sehr wichtig.
  7. Tipp: Es wird weniger Schlaf zur Verfügung stehen. Aber Schlaf kann man nachholen. Dafür kann man das Gefühl der eigene Chef zu sein in vollen Zügen genießen.
  8. Tipp: Die richtigen Arbeitshilfen und -tools sparen Zeit und Energie. Auf dieser Website werden ein paar wichtige Tools vorgestellt.

Welche Herausforderungen sind zu meistern?

Selbstständige haben das Problem, dass Aufträge oder Bestellungen nicht regelmäßig ins Haus flattern. Es wird vorkommen, dass mal zu wenig Arbeit da ist und dann wieder zu viel. Doch die Arbeitszeit wird durch das Kind oder die Kinder bestimmt. Was also tun?

Bereits in der Preiskalkulation müssen Zeiten für Krankheit und Urlaub mit einkalkuliert werden. Wenn die Zeit nicht reicht, dann müssen Aufträge oder Bestellungen auch einmal abgelehnt werden. Die Familie und der Partner können zeitweise mit aushelfen, soweit es möglich ist. In der Zeit- und Finanzplanung sollte es immer genügend Raum für unerwartete Ereignisse geben. Und wenn sich die Hektik nicht vermeiden lässt, mit einem Fünkchen Humor geht alles leichter.

Welche Vorteile bringt die Selbständigkeit?

Das Berufs- und Familienleben kann so gestaltet werden, wie man es selbst möchte. Es kann selbst entschieden werden, wo, wann und wie viel man arbeitet und es ist möglich, gleichzeitig auf die Bedürfnisse der Familie Rücksicht zu nehmen. Der Selbstständige ist freier als der Angestellte und es muss keine Rücksicht genommen werden auf die Vorstellungen von Kollegen und Vorgesetzten. Als Selbstständige, kann flexibel agiert und reagiert werden.

Wie macht man sich selbstständig?

Für den Erfolg braucht es nicht nur eine gute Idee, sondern auch einen langen Atem. Der Start in die Selbstständigkeit bedarf einer guten Planung. Viel Neues prasselt auf die Existenzgründerin ein und viele Fragen suchen eine Antwort. Einige Fragen, wie zum Beispiel:

  • Welche Rechtsform ist die Richtige?
  • Wie kann die Finanzierung gesichert werden?
  • Wer erledigt das Rechnungswesen?
  • Welche Zielgruppen passen zu mir und wie spricht man sie an?

Beim Gründerservice der WKO erhält man eine gute Erstberatung. Gründerservice WKO

Aber auch ein Steuerberater kann ein guter Ansprechpartner für die Erstberatung sein. Eine Liste findet sich auf dieser Seite: Steuerberater

Am Anfang steht die Idee, die zu einem Produkt oder einer Dienstleistung werden muss, die bei einem potenziellen Kunden auch ankommt. Heute ist es nicht mehr ausreichend ein Produkt oder eine Dienstleistung nach den Vorstellungen des Gründers anzubieten. Der Kundennutzen ist der alles entscheidende Faktor. Das bedeutet, es muss auf die Bedürfnisse potenzieller Kunden zugeschnitten sein.

Wichtig auch eine gesicherte Finanzierung. Bis von den Kunden das erste Geld einlangt, vergehen oft einige Monate, die finanziell überbrückt werden müssen. In der Regel ist es so, dass wenn die eigenen Ersparnisse aufgebraucht sind, Angehörige finanziell weiterhelfen oder staatliche Förderungen in Anspruch genommen werden. Als Anschubfinanzierung ist das ausreichend, doch die Liquidität muss dauerhaft gesichert werden. Factoring kann da weiterhelfen. Unter diese Links sind mögliche Förderungen zu finden:

Tipp: Für einen Start in die Selbständigkeit und die Ausstattung für das Home Office kann es auch sinnvoll sein, einen Kleinkredit bei einem Anbieter für einen Onlinekredit in Österreich aufzunehmen. Mit einem  aktuellen Überblick zu Kleinkredit Anbietern in Österreich kann man rasch das günstigste Angebot finden.

Ein Onlinekonto für das Unternehmen

Es ist immer ratsam, für das eigene Unternehmen ein eigenes Konto zu führen. Bei der Gründung einer GmbH, ist es zwingend notwendig, denn auf ihm muss das Gründungskapital eingezahlt, notariell bestätigt und nachgewiesen werden. Die Anmeldung im Firmenbuch ist sonst nicht möglich.

Viele Banken bieten spezielle Unternehmenskonten an, die oft im ersten Jahr spesenfrei geführt werden. Auch diese Konten können online bedient werden, was sehr viel an Zeit spart. Private und berufliche Umsätze und Kosten lassen sich so leichter trennen und es vereinfacht die Buchhaltung. Bei einer Betriebsprüfung durch das Finanzamt ist eine solche Trennung ebenfalls hilfreich.

Der Businessplan

In erster Linie sollte der Businessplan den eigenen Planungen und der eigenen Übersicht dienen. Doch es gibt Institutionen, die auf die Vorlage eines Businessplans bestehen. Dazu zählt das Unternehmensgründungsprogramm des AMS, die Bank und Fördergeber. Gerade bei Fördermitteln und der Inanspruchnahme von Bürgschaften ist ein Businessplan zwingend notwendig. Der Businessplan ersetzt die sonst notwendigen Bilanzen oder Einnahme-Überschussrechnungen, die ein neugegründetes Unternehmen nicht vorweisen kann. Der wichtigste Teil des Businessplans ist der Finanzierungsplan.

Ein Muster findet sich hier: Businessplan

Unternehmenssteuern

Nach der Erstberatung bei der WKO muss die Anmeldung beim Finanzamt erfolgen. Welche Unternehmenssteuern (Einkommenssteuer, Körperschaftssteuer) geleistet werden müssen, hängt von der Rechtsform des Unternehmens ab. In der Regel wird zunächst ein Betriebseröffnungsbogen ausgefüllt. Nach der Bearbeitung beim Finanzamt erhält man eine Steuernummer und so notwendig und beantragt auch eine Umsatzsteueridentifikationsnummer (kurz: UID Nummer). Sobald das Unternehmen eröffnet und das Finanzamt davon in Kenntnis gesetzt wurde, wird das Finanzamt Steuervorauszahlungen vorschreiben. Diese richten sich nach der Höhe des zu erwartenden Gewinns, also Einnahmen minus Ausgaben. Der Steuerkalender verschafft einen Überblick über die Höhe der Steuern und die Termine der wichtigsten Steuern.

Grundlage für die Berechnung der Steuern ist die Buchführung. Diese kann entweder selbst oder durch einen Steuerberater erledigt werden. Eine Alternative stellt eine freie Bilanzbuchhalterin dar. Onlinebuchhaltungssoftware ist günstig, bedienerfreundlich und sicher.

Hier einige Anbieter:

Mögliche selbstständige Tätigkeiten

  1. Webdesign – es gibt bereits eine Vielzahl an Websites, die ein gutes Webdesign für den Internetauftritt benötigen. Webdesigner verbessern das Design von Websites visuell, funktional und strukturell, damit sie sich aus der Masse hervorheben. Der erfolgreiche Webdesigner Jonas Hellwig gibt auf seinem Blog Tipps und Tricks kostenlos weiter. Skillcrush bietet Onlinekurse zu diesem Thema an.
  2. Webentwicklung – Webentwickler sind einer starken Nachfrage ausgesetzt. Ihre Fähigkeiten werden heute mehr denn je benötigt. Es gibt kostengünstige und freie Programme wie Codecademy oder Treehouse mit deren Hilfe man sich schnell in die Materie einarbeiten kann. Über verschiedene Projektbörsen können dann Aufträge generiert werden.
  3. Affiliate Marketing – Eine Website oder einen Blog sein eigen zu nennen, der auch für andere Unternehmen interessant ist, kann bares Geld bringen. Diese werden dann ihre Werbung auf der Website platzieren wollen. Geld kommt herein, wenn Besucher der Seite mit der Werbung interagieren. Bei einem Google-Blog ist das ab einer monatlichen Seitenbesucherzahl von 2000 möglich. Es kann aber auch zu Amazon verlinkt werden und ein Kunde bestellt das Produkt über diesen Link. Auch ein Youtube-Kanal eignet sich bestens. Links zu Partnerseiten werden einfach in die Videobeschreibungen mit eingebaut.
  4. selbstständiger Personalverrechner und/oder Bilanzbuchhalter – Es gibt viele kleine Unternehmen, die sich einen Steuerberater nicht leisten können. Diese weichen auf selbstständige Personalverrechner und/oder Bilanzbuchhalter aus.
  5. Virtueller Assistent – Ein virtueller Assistent unterstützt online Unternehmen und Privatpersonen bei ihrer täglichen Verwaltungsarbeit und der Organisation. Die Kommunikation findet online statt. Auftragsbörsen gibt es zum Beispiel auf Facebook. Aber auch Cloudsecretary vermittelt virtuelle Assistenten.
  6. E-Learning – Als Experte in bestimmte Themengebiete kann ein Onlinekurs selbst erstellt werden und das Wissen so weitergegeben werden. E-Learning spielt heute, eine immer wichtigere Rolle und es gibt diverse Plattformen, deren Angebote nutzbar sind. Auf Linkedin zum Beispiel sind viele Nutzer auf der Suche nach Onlinetrainings. Die zehn besten Onlineplattformen sind bei Katharina Lewald zu finden.
  7. Texte schreiben – Die Nachfrage nach guten Textern ist groß. Nicht nur Websites benötigen gute Texte, auch Webmagazine habe einen großen Bedarf. Aufträge gibt es in verschiedenen Facebookgruppen und auf twago.
  8. Übersetzer – Wer bereits fließend verschiedene Sprachen spricht, ist in dieser Selbstständigkeit gut aufgehoben. Auch dafür gibt es auf Facebook verschiedene Gruppen und die Projektbörse twago ebenfalls. Generell empfehlenswert ist auch die Seite für Freelancer in Österreich.
  9. Hochzeitsplaner –  Geburtstagspartys und andere Feierlichkeiten zu organisieren ist nicht jedermanns Sache, aber wer das kann, ist in diesem Side Business gut aufgehoben. Die Bezahlung ist gut, denn wer spart schon bei der eigenen Hochzeitsfeier und geheiratet wird immer. Ein sehr erfolgreiches Unternehmen findet man hier: Hochzeitsplaner. Dort kann man nicht nur den Profis über die Schulter schauen, sondern auch noch gleich eine Ausbildung absolvieren.
  10. Touristenführer – Tausende Touristen besuchen jeden Tag, die unterschiedlichsten Orte und Sehenswürdigkeiten. Dieses Interesse kann man nutzen, indem man ihnen die Stadt aus der eigenen Perspektive zeigt. Der Vorteil hier besteht wohl darin, dass das Kind auch einmal mitgenommen werden kann. Bei GetYourGuide können Touren auf der ganzen Welt angeboten werden.
  11. Süße Leckereien zaubern – Für Geburtstage, Hochzeiten und andere Festlichkeiten werden immer wieder Torten und Kuchen benötigt. Was liegt da näher, als die eigene Küche zu einer kleinen Konditorei umzufunktionieren. Es müssen jedoch gesetzliche Regelungen eingehalten werden, die bei der WKO erfragt werden können.
  12. Naturkosmetik erzeugen und verkaufen – Wer sich regelmäßig in der Natur aufhält und schon lange Cremes, Salben, Sirups usw. herstellt, kann aus diesem Hobby leicht einen Beruf machen. Doch Achtung auch hier müssen gesetzliche Regelungen eingehalten werden. Näheres dazu ist auf dieser Seite zu finden: Selbstgemachtes verkaufen
  13. Modeschmuck herstellen und verkaufen – Auch hier gelten besondere gesetzliche Bestimmungen und spezielle steuerrechtliche Regelungen, die für den Onlineverkauf zu beachten sind. Nähere Infos bei der WKO.

Versicherungen

Als Selbstständiger ist man in der Kranken-, Pensions-, Unfallversicherung und Selbstständigenvorsorge pflichtversichert. Selbstständige sind nicht in der Arbeitslosenversicherung versichert. Anwartschaften auf Arbeitslosengeld aus Zeiten einer vorhergehenden unselbstständigen Tätigkeit bleiben dem Gewerbetreibenden unter bestimmten Voraussetzungen erhalten. Nähere Auskünfte dazu erteilt das AMS. Die Gewerbeanmeldung wird der Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft (SVA) mitgeteilt. Aber auch der Selbstständige ist verpflichtet, innerhalb eines Monates eine entsprechende Meldung bei der SVA zu erstatten.

Das Formular findet sich hier. Für Jungunternehmer gibt es im Gründungsjahr und im darauffolgenden Kalenderjahr in der Krankenversicherung fixe Mindestbeiträge (keine Nachzahlung bei höheren Einkünften). Die Beiträge werden jeweils quartalsweise für drei Monate vorgeschrieben. Auf Antrag ist eine monatliche Einzahlung oder ein monatlicher Bankeinzug möglich. Nachzahlungen sind im darauffolgenden Kalenderjahr der Feststellung der endgültigen Beitragsgrundlage in vier gleichen Quartalsbeträgen abzustatten. Unter Bedachtnahme auf die wirtschaftlichen Verhältnisse kann für Gründer nach dem 3. Jahr der GSVG-Pflichtversicherung auf Antrag eine Aufteilung der Nachzahlung auf drei Jahre – in 12 Teilbeträgen – erfolgen.

Auf Antrag des Versicherten kann die Beitragsschuld aufgrund der vorläufigen Beitragsgrundlage herabgesetzt oder hinaufgesetzt werden,

  • soweit er glaubhaft macht, dass seine Einkünfte im laufenden Kalenderjahr wesentlich von jenen im drittvorangegangenen Kalenderjahr abweichen werden und
  • dies für eine Herabsetzung nach seinen wirtschaftlichen Verhältnissen gerechtfertigt erscheint.

Ausnahmen von der Pflichtversicherung gibt es für Kleinstunternehmer. Das Formular wird automatisch nach der Anmeldung zugesendet. Voraussetzung für die Inanspruchnahme ist, dass:

  • der Jahresumsatz unter 30.000€ liegt und
  • der Jahresgewinn unter 4.871,76 € (2019)
  • Keine Pflichtversicherung bei der SVA über 12 Monate innerhalb der letzten 60 Monate bestand oder das Regelpensionsalter erreicht oder das 57. Lebensjahr vollendet ist und in den letzten fünf Jahren unterhalb der Umsatz- und Gewinngrenze geblieben ist.

Wird diese Ausnahmeregelung in Anspruch genommen, muss ein Fixbetrag an die Unfallversicherung gezahlt werden. In 2019 117,48€. Wichtig zu wissen, wenn nebenbei kein Dienstverhältnis besteht oder eine anderweitige Kranken- und Pensionsversicherung, besteht kein Krankenschutz und es werden keine Pensionszeiten generiert. Stellt sich im Nachhinein heraus, dass die Grenzen doch überschritten wurden, ist ein Strafzuschlag von 9 % zu leisten. Daher ist zu empfehlen vor Jahresende eine Vorausberechnung des Jahresgewinns vorzunehmen, um der SVA noch im laufenden Jahr mitteilen zu können, dass man doch pflichtversicherungspflichtig ist.

Für Eltern gibt es eine weitere Ausnahme!

Während des Bezugs von Kinderbetreuungsgeld und darüber hinaus für die Dauer der Teilversicherung während der Kindererziehungszeit kann eine Ausnahme von der Kranken- und Pensionsversicherung wegen geringfügiger Einkünfte und Umsätze beantragt werden. Nähere Auskünfte dazu erteilt die SVA.

Es ist ratsam immer genau zu berechnen, wie hoch die zu erwartende SVA-Nachzahlung ausfallen wird. Das Geld sollte auf die Seite gelegt werden, um Liquiditätsengpässe zu vermeiden.

Fazit: Die Frage, ob sich eine Selbstständigkeit mit der Familie und einem Kind vereinbaren lässt, kann also ruhigen Gewissens mit ‘JA’ beantwortet werden.

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