Mutter sein in Zeiten der Corona-Pandemie – Wie kann man die Mehrbelastung meistern?

Die weltweite Corona-Pandemie hat vieles verändert. Es werden Masken getragen und Schulen geschlossen, die Arbeit im Home Office ist so angesagt wie nie und die globale Wirtschaft wurde vorübergehend lahm gelegt. Für all diese und weitere Probleme suchen Politiker, Experten und auch die breite Öffentlichkeit nach Lösungen. Eine Gruppe wird dabei jedoch häufig vergessen: Familien und insbesondere Mütter.

Dabei handelt es sich hierbei nicht um eine Randgruppe der Gesellschaft, sondern um gut 2,5 Millionen Familien in Österreich, bei denen sich häufig vor allem die Mutter vor neue Herausforderungen gestellt sieht. Sie war häufig schon vor der Corona-Krise die wichtigste Ansprechpartnerin für ihre Kinder und das hat sich im Gegensatz zu vielen anderen Dingen auch jetzt nicht geändert. Dazu kommen die sich neu ergebenden Probleme. Diese treffen Mütter sogar oftmals häufiger als Väter, wie Soziologen jüngst herausfanden. Die Arbeitszufriedenheit sei insbesondere bei Müttern zurückgegangen. Wie geht man also mit der neuen Mehrbelastung um?

Austausch und Verständnis

Ein wichtiger und zu häufig unterschätzter Punkt, ist der Austausch mit anderen Müttern, Freundinnen und Menschen, die Verständnis für die aktuelle Situation haben, denn: Die Pandemie bringt nicht nur materielle Probleme mit sich, sondern vor allem Druck. Um diesen Druck loszuwerden, hilft es oftmals, seine Probleme zu artikulieren. Das führt zum einen dazu, dass man die Möglichkeit hat, seine Sorgen und Gedanken zu teilen, zum anderen kann man aus den Gesprächen möglicherweise auch selbst neue Anregungen oder hilfreiche Tipps mitnehmen.

Strukturen sorgen für Sicherheit

Ein solcher Tipp kann es zum Beispiel sein, klare Strukturen und Abläufe in den Alltag zu integrieren. Diese sind auch schon vor dem Corona-Virus wichtig gewesen, da sie den Kindern Halt und Sicherheit geben. Dadurch fühlen sich die Kinder geborgen, aber auch die Eltern profitieren von einem täglichen Grundmuster: Wird beispielsweise klar als Regel artikuliert, wann Schlafenszeit ist, führt dies zu weniger Diskussionen und das sorgt wiederum dafür, dass der ohnehin schon stressige und oft nervenaufreibende Tag nicht noch anstrengender wird.

Wie kann der Alltag entlastet werden?

Es ist in jeder Lebensphase, aber vor allem inmitten einer globalen Pandemie wichtig, sich nicht allein gelassen und hilflos zu fühlen. Genau dieses Gefühl spüren jedoch viele Mütter gerade, wodurch sich zusätzliche Last auf ihren Schultern breit macht. Damit das nicht zu einem dauerhaften Problem wird, ist es wichtig, sich selbst zu entlasten und mit dem Beziehungspartner klare Regeln zu vereinbaren.

Das kann zum Beispiel dadurch geschehen, dass man sich die täglichen Aufgaben teilt. Gerade bei berufstätigen Müttern kann dies ein eminent wichtiger Punkt sein, da sie vor der schwierigen Herausforderung stehen, die Arbeit und die Familie unter einen Hut zu bekommen. Viele Betriebe und Unternehmen lassen ihre Mitarbeiter zur Zeit von Zuhause aus arbeiten. Da jedoch zahlreiche Kindergärten und -tagesstätten nicht oder nur zu verkürzten Zeiten geöffnet haben, ist vor allem hier die Unterstützung des Partners unerlässlich. Nur so ist es möglich, sorgenfrei zu arbeiten.

Wie schaffe ich Zeit für mich?

Der Raum für Entlastung kann auch dadurch entstehen, dass man sich ab und zu ein wenig Zeit für sich selbst nimmt. Ein Buch lesen, ein wenig Sport treiben oder auch einfach nur eine Runde spazieren gehen, kann dafür sorgen, dass man an etwas anderes als den anstrengenden und oftmals Nerven raubenden Alltag denkt. Auch hierbei kann der Partner behilflich sein, indem er sich in dieser Zeit um die Kinder kümmert.

Die Corona-Krise stellt jedoch nicht nur Mütter als Einzelpersonen vor Herausforderungen, sondern auch Partnerschaften und Ehen. Finanzielle Sorgen sowie Ängste um die Gesundheit und Zukunft führen häufig auch zu zwischenmenschlichen Spannungen. Deshalb ist es wichtig, sich trotz der besonderen Situation auch Zeit zu zweit zu nehmen. Gerade bei kleineren Kindern ist das allerdings häufig nicht so einfach möglich, da sie nicht allein Zuhause gelassen werden können. Im Normalfall würde es sich anbieten, Freundinnen oder die Großeltern der Kinder zu bitten, ob sie sich in dieser Zeit um die Kleinen kümmern können. Aufgrund der Ansteckungsgefahr des Corona-Virus ist dies indessen etwas komplizierter. Vielfach lässt sich trotzdem eine Lösung finden, wie etwa ein Besuch auf einem Spielplatz, der von befreundeten Eltern vielleicht sogar ohnehin besucht werden würde und auf dem die Mindestabstände problemlos eingehalten werden können.

Hygienemaßnahmen einhalten

Generell sollte darauf geachtet werden, dass sowohl die Eltern, als auch die Kinder die vorgegebenen Hygienemaßnahmen ernst nehmen, um eine möglichst gute Prävention gewährleisten zu können. Diese ungewöhnliche Zeit verlangt Müttern enorm viel ab, weshalb die Erkrankung eines Familienmitglieds die gesamte Familie nur noch mehr unter Druck setzen und schnell eine Überforderung zur Folge haben würde.

Welche Chancen bringt die neue Situation mit sich?

Trotz all der Probleme und Sorgen, bringen die neuen Umstände auch Chancen mit sich, die zunächst nicht als solche erscheinen. Die viele Zeit, die Familien nun miteinander verbringen, kann auch dazu führen, dass man enger zusammenwächst, sich noch besser aufeinander einstellt und gemeinsam Herausforderungen überwindet. So geht man als Familie gestärkt aus der Situation hervor und möglicherweise wird sich am Ende eine Erkenntnis festhalten lassen: Eine globale Pandemie lässt sich nur gemeinsam besiegen.

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